„Wir haben einen guten Job gemacht“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-05-20 11:00:00

„Wir haben einen guten Job gemacht“

„Wir haben einen guten Job gemacht“

Der Unfall von René Rast am Samstag beim Rennen auf dem Lausitzring sah fürchterlich und spektakulär aus. Dennoch nahm der Überschlag des Audi-Piloten einen glimpflichen Ausgang. Bereits am Sonntagmorgen konnte der DTM-Champion gut gelaunt in der Box das dritte Freie Training verfolgen. Zur Sicherheit hatte Rast die Nacht im Klinikum Niederlausitz in Senftenberg verbracht. 

„Mir geht es blendend. Wir können uns alle glücklich schätzen, dass wir so sichere Autos fahren. Am Auto war nicht mehr viel dran. Die DTM-Boliden sind so konzipiert, dass die Karbonteile viel Energie absorbieren. Das alles hat sich gelöst, aber der Sicherheitskäfig und das Monocoque haben gehalten, so soll es sein. Man hat gestern bei meinem Überschlag gesehen, dass unsere Fahrzeuge relativ safe sind“, sagte Rast, der das zweite Rennen in Klettwitz am Kommandostand von Audi verfolgte.

Wie schon beim Unfall von Gary Paffett und Mike Rockenfeller im vergangenen Jahr am Norisring zeigte sich, dass die Sicherheitsstandards der DTM-Fahrzeuge in der Welt der Tourenwagen einzigartig sind. Egal ob Audi, BMW, oder Mercedes-AMG – die Fahrzeuge der DTM sind konsequent darauf ausgelegt, die Gesundheit der Fahrer zu schützen. 

Hersteller investieren viel Zeit, Geld und Knowhow

„Wir haben da sehr viel Zeit, Geld und Knowhow reingesteckt. Da haben alle drei Hersteller mitgearbeitet, um dieses Konzept zu erarbeiten. Das haben viele Ingenieure mit cleveren Ideen gemacht. Und eigentlich ist die Tatsache, dass es Rast gutgeht, nur eine Bestätigung dessen, dass sie einen guten Job gemacht haben. So ein Unfall wie von Rast ist ein Livetest, den man nicht haben will, aber wenn man ihn einmal erlebst, ist man froh, dass man ihn bestanden hat. In der Theorie kann man viel prüfen, mit Crashtests an die Wand fahren und mit Stempeln da reinfahren. Aber jeder Unfall ist anders – gerade so ein Unfall wie gestern. Dann rollt das Auto, dann ist mal eben ein Pfosten in der Nähe, das kann man alles nicht simulieren. Und wenn es dann so wie gestern ausgeht, dann weiß man: Okay, so viele Fehler haben wir nicht gemacht, als wir das Auto gebaut haben“, sagte Michael Bernard, Technikchef der DTM-Dachorganisation ITR, am Sonntag.

Die wichtigsten Sicherheitseinrichtungen in den DTM-Fahrzeugen sind das Monocoque aus Kohlefaser sowie der Überrollkäfig aus hochfestem Stahl. Außerdem ist jedes Fahrzeug mit sogenannten Crash-Absorbern versehen, die den Fahrer zusätzlich vorn, hinten und an den Seiten schützen. Mit einem an sechs Punkten befestigten Sicherheitsgurt wird der Fahrer im Sitz fixiert, den er im Notfall mit einem Handgriff leicht öffnen kann. Im Vergleich zu einem Serienfahrzeug sitzen die DTM-Fahrer sehr weit hinten, etwa auf der Höhe der Rücksitzbank eines Serienautos. Aufgrund der Verstrebungen der Sicherheitszelle ist das Ein- und Aussteigen eine akrobatische Übung. Im Falle eines Unfalls muss der Fahrer das Fahrzeug innerhalb von sieben Sekunden durch die Fahrertür und innerhalb von neun Sekunden durch die Beifahrertür selbstständig verlassen können.Bereits seit 2002 ist das Tragen des HANS-Systems (Head And Neck Support) Pflicht. HANS ist ein Komplettschutz für den Kopf des Fahrers, das heißt der Schutz vom Monocoque, der bis oben seitlich neben den Kopf umgezogen ist. Der Kopf bleibt dadurch immer fixiert, auch bei einem Überschlag. Der Kopf ist immer genau da, wo er sein soll. Ein Beispiel: Wenn ein Auto von einem großen auf einen kleineren Fahrer umgebaut wird, wird nicht der Sitz verändert, sondern die Pedalerie verschoben.

Der Überrollbügel schützte Rast

„Dass Auto an sich ist das Konzept, es ist eben nicht nur das Monocoque. Bei Paffett war es ein klassischer Seiteneinschlag. Der von Rast war ein Überschlag, das sind zwei völlig verschiedene Unfallszenarien, die nichts miteinander zu tun haben. Bei dem gestrigen Unfall kam der Überrollbügel mehr zum Tragen. Das rollende Auto hat den Fahrer geschützt, in der Phase, als das Auto auf das Dach geflogen ist. Der Käfig hat ein paar Kratzer, ansonsten sieht er ganz normal aus. Er geht jetzt zur Rissprüfung und wird geröntgt“, ergänzte Bernard.

Mit dreckverschmiertem Gesicht saß Rast nach seinem schweren Unfall hinter neben seinem Fahrzeug. Auch dafür hat der Technikchef eine bildhafte Erklärung: „Wer den Unfall gesehen hat, da war viel Dreck in der Luft, so ein Helm ist nicht luftdicht. Setz dich mal in eine Staubwolke rein. Außerdem ist den Jungs relativ warm da drin, da schwitzt der Fahrer und dann bleibt der Dreck im Gesicht kleben. Dann siehst du halt so aus wie ein Bergmann früher. Dafür hat der Mensch Wasser und Seife erfunden.“

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