Spengler: „Das Monaco der DTM“ | DTM.com | Die offizielle Webseite
2018-06-12 18:30:00

Spengler: „Das Monaco der DTM“

Spengler: „Das Monaco der DTM“

2006 gewann Bruno Spengler in einem Mercedes auf dem Norisring das erste DTM-Rennen seiner Karriere. Vor rund einem Jahr schrieb der Kanadierauf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs für BMW Motorsport Geschichte mit seinem Sieg im Rennen am Samstag. Seit 25 Jahren hatten die Münchener am Nürnberger Zeppelinfeld keinen Lauf mehr gewonnen. Nun kehrt der 35-Jährige zur berühmten Strecke zwischen Grundig-Kehre und Dutzendteich zurück. DTM.com hat mit Bruno Spengler über seinen bisherigen Saisonverlauf, seine Erinnerungen und Erwartungen an den Norisring gesprochen.

Du bist Zwölfter im Gesamtklassement und in den ersten drei Rennen jeweils in die Top Ten gefahren. Wie bewertest du deinen bisherigen Saisonverlauf?

Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden. In Hockenheim war die Performance des Autos im Rennen gut. Am Lausitzring war ich Dritter im Qualifying. Da hätten wir im Rennen mehr punkten können. Der Zeitpunkt des Boxenstopps und die Strategie waren nicht optimal. Da war ein Podium drin. Budapest war allgemein ein schwieriges Wochenende für BMW. Die Konkurrenz war sehr schnell unterwegs in Ungarn. Am Samstag war ich als Zwölfter bester BMW, das war enttäuschend. Am Sonntag hatten wir ein chaotisches Rennen, da wären einige Punkte für mich drin gewesen, aber dann gab es die Unfälle. Das Sportliche rückte dadurch natürlich komplett in den Hintergrund.

Du wurdest nach dem Rennen wegen eines Verstoßes gegen Artikel 30.9 des sportlichen Reglements disqualifiziert. Dort steht: Ab Auffahrt auf die Einfädelspur hat der Fahrer seine Geschwindigkeit so herabzusetzen, dass er sein Fahrzeug ohne Gefährdung anderer Teilnehmer oder Sportwarte an den Boxen zum Halten bringen kann.Hattest du Verständnis für diese Entscheidung der Sportkommissare?

Klar ist erst einmal, dass wir Fahrer von den Geschehnissen schockiert waren. So etwas wollen wir nicht sehen. Ich hoffe, dass es allen Verletzten gut geht. Aus meiner persönlichen Sicht war ich natürlich erst einmal erleichtert, dass meinen Mechanikern bei meinem Boxenstopp nichts passiert ist. Was meine Strafe betrifft: Das konnte ich ehrlich gesagt nicht verstehen. Das lag klar am Streckenbelag. Der Belag ist nicht adaptiert auf solche Bedingungen. Er war schon im Trockenen rutschiger als üblich. Im Nassen war es wie auf Eis. Ich hatte so viel Tempo rausgenommen. Ich war überrascht, dass das Auto überhaupt noch gerutscht ist. Es war auf einmal nicht mehr möglich zu stoppen. Und wenn Du da am Steuer sitzt, ist das Gefühl furchtbar.Als Fahrer ist es natürlich nicht dein Ziel, deine Mechaniker zu treffen, oder jemanden zu verletzen. Du fährst immer vorsichtig an die Station heran, um dein Auto für den Boxenstopp optimal zu platzieren und zu stoppen. Das Ziel ist, so schnell wie möglich von der Station wegzukommen. Deswegen gehen wir als Fahrer beim Boxenstopp gar kein Risiko ein. Man gewinnt keine Zeit, wenn man schnell reinkommt.

Du hast 25 Jahre nach Steve Soper im vergangen Jahr am Norisring wieder ein DTM-Rennen für BMW gewonnen. Was ist dir noch im Gedächtnis haften geblieben von diesem Erfolg?

Sehr viel. Das war ein tolles Wochenende. Der Norisring ist für BMW das Heimrennen. Wir waren die letzten Jahre immer mal wieder knapp dran. Das war ein spezieller Sieg. Ich kann mich noch gut dran erinnern. Ich war Dritter in der Startaufstellung. Wir hatten keinen Regen erwartet, aber auf einmal regnete es richtig. Ich habe sofort zwei Plätze gut gemacht. Auch im Trockenen konnte ich nachher pushen. Das war etwas Besonderes für mich und BMW nach dieser langen Zeit. Die Mechaniker, die Ingenieure, das ganze Team – die haben sich riesig gefreut. Diese Emotionen vergisst du als Fahrer nicht.

Inwieweit werden sich die Änderungen an der Aerodynamik in diesem Jahr bei den Rennen am Norisring auswirken?

Vorher ist das immer schwierig zu sagen. Ich glaube aber, das wird dort im Gegensatz zu anderen Strecken kaum eine Rolle spielen. Es wird wenig Unterschiede geben. Wir fahren am Norisring sowieso immer mit wenig Abtrieb.

Du hast 2006, 2007, 2011 und 2017 am Norisring gewonnen. Welcher dieser Erfolge hat dir am meisten bedeutet?

Der Sieg 2006 in einem Mercedes war mein erster Sieg in der DTM überhaupt. Aber auch der Sieg im letzten Jahr im BMW. Weil damit eine lange Durstrecke auf dem Norisring endete. Deswegen waren diese beiden Erfolge besonders für mich.

Du hast zusammen mit Jamie Green die meisten Siege in der DTM auf dem Nürnberger Zeppelinfeld errungen. Du hältst den Rundenrekord. Zudem bist du weitere fünf Mal schon in Nürnberg auf dem Siegertreppchen gestanden. Der Titel „Mr. Norisring“ gebührt dir eigentlich ebenso wie deinem Audi-Kollegen…

Das müsst ihr entscheiden, wer „Mr. Norisring“ ist. In den letzten Jahren lief es für mich dort immer sehr gut. Ich mag die Strecke und die Atmosphäre ist besonders. Die Fans sind toll. Es ist „das Monaco der DTM“.

Was denkst du, warum liegt dir die Strecke?

Ich fahre einfach gerne da. Ich mag die Challenge nah an der Mauer entlang zu fahren, immer zu versuchen, die optimale Linie zu treffen. Du hast wenig Kurven, aber in den vier Kurven ist es wirklich schwierig den Bremspunkt zu treffen. Das Auto rutscht viel, du hast viele Bodenwellen. Du bist ständig am Gegenlenken und hast jede Menge zu tun. Das gefällt mir. Du darfst dir nicht den kleinsten Fehler erlauben.

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